Arbeitssuche 55plus - Wie Sie den Anschluss zurück gewinnen können

Die aktuellen Arbeitslosenzahlen aus Österreich – und besonders aus Salzburg – lassen aufhorchen. Bei Menschen ab 55 Jahren steigt die Arbeitslosigkeit so stark wie in keiner anderen Altersgruppe: ein Plus von 10,5 Prozent auf 3.487 Personen. Gleichzeitig gelten in Österreich über 100 Berufe offiziell als Mangelberufe. Der Fachkräftemangel ist so präsent wie nie.

Ein Paradox, das nachdenklich macht: Arbeit ist da. Menschen sind da. Und trotzdem verliert die Generation 55plus zunehmend den Anschluss an den Arbeitsmarkt.

Wenn Sie selbst gerade auf Jobsuche sind, kennen Sie dieses Gefühl vielleicht nur zu gut. In diesem Artikel schauen wir uns an, woran es liegen könnte, welche Maßnahmen es aktuell gibt – und vor allem: welcher Weg zu einem erfüllenden nächsten beruflichen Schritt führen kann.

Warum ältere Arbeitnehmer:innen es besonders schwer haben

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Menschen der Generation 55plus sind am Arbeitsmarkt derzeit benachteiligt. Dabei verfügen gerade sie über jahrzehntelange Erfahrung, Fachwissen und Zuverlässigkeit – Eigenschaften, nach denen Unternehmen angesichts des Fachkräftemangels eigentlich händeringend suchen.

Was hier oft übersehen wird: Es geht nicht nur um fehlende Chancen von außen. Es geht auch um das, was innerlich mit Menschen passiert, wenn sie nach vielen Jahren im selben Unternehmen plötzlich arbeitssuchend werden. Das zeigt sich auch daran, dass die Arbeitssuche ab 55plus im Schnitt deutlich länger dauert als unter 50 Jahren.

Sind Bewerbungstraining und Förderungen die Lösung?

Die gängigen Antworten auf die steigende Arbeitslosigkeit ab 55 sind bekannt: Bewerbungstrainings und finanzielle Anreizsysteme für Unternehmen, die ältere Arbeitnehmer:innen einstellen.

Diese Maßnahmen sind gut gemeint. Doch sie greifen zu kurz. Sie beantworten nicht die eigentliche Frage: Wie gehen wir als Gesellschaft und an unseren Arbeitsplätzen wirklich mit der Generation 55plus um? Solange Bewerbungstraining und Förderprämien die einzigen Stellschrauben bleiben, werden wir keine nachhaltigen Lösungen finden.

Das Thema Alter im Arbeitsleben ist komplex. Es berührt viele Lebens- und Arbeitsbereiche zugleich. Deshalb richte ich meinen Blick in meiner Arbeit und in meinen Texten zur Generation 55plus bewusst abwechselnd auf zwei Seiten: die Arbeitnehmer:innen und die Unternehmen bzw. Organisationen. Denn nur in geteilter Verantwortung entstehen tragfähige Lösungen für die Zukunft.

Wenn der Boden unter den Füßen weg ist

Viele Menschen, die mit 55plus plötzlich arbeitssuchend sind, waren zuvor jahrzehntelang im selben Unternehmen. Diese Stabilität, dieser äußere Rahmen, hat lange von außen getragen – bis er plötzlich wegfällt.

Der Vergleich, den viele Betroffene selbst wählen, trifft es gut: Es fühlt sich an, als würde einem der Boden unter den Füßen weggezogen.

In der ersten Phase ist meist noch viel Energie da. „Auf zur nächsten Stelle", lautet der Plan. Doch mitten auf diesem Weg wird oft schmerzlich deutlich: Der Arbeitsmarkt hat sich verändert. Bewerbungsprozesse laufen anders ab. Die ersten Zweifel schleichen sich ein. Mit ihnen kommt eine tiefe Müdigkeit bei dem Gedanken, wieder bei null anzufangen.

Warum klassische Jobsuche 55plus oft ins Leere läuft

Genau an diesem Punkt bräuchte es dringend mehr als reine Stellenvermittlung. Es bräuchte Unterstützung, die sich nicht nur auf die Suche nach freien Stellen konzentriert, sondern auf die berufliche Identität und innere Stabilität der suchenden Person.

Mit anderen Worten: Es braucht die Frage – Wer ist der Mensch, der hier gerade sucht?

In einer Zeit, in der Arbeitsmarktservice und Verwaltungsorganisationen mit hohem Workload kämpfen, braucht es zusätzlich Eigenverantwortung und Selbstführung der Arbeitsuchenden selbst. Doch genau diese Selbstführung geht auf dem herkömmlichen Weg der Jobsuche oft verloren. Die Folge: Antriebslosigkeit, im schlimmsten Fall depressive Verstimmungen.

Und hier setzt meine Arbeit an - ich begleite Menschen auf ihrem nächsten beruflichen Schritt und das

Sinnzentrierte Arbeitssuche statt Bewerbungsstress

Ein Beispiel aus meinem Studio zeigt, wie es anders gehen kann.

Meine Klientin, Ende 40, verlor ihren Job im Zuge einer Umstrukturierung. Schock, Scham und die Angst, nichts Neues mehr zu finden, waren plötzlich da. Von ihrer ehemaligen Firma bekam sie eine mehrmonatige Freistellung. Doch statt diese Zeit zu nutzen, geriet sie sofort in Stress: Sie bewarb sich ziellos auf alles, was irgendwie infrage kam – ohne sich zu fragen, ob das überhaupt zu ihr passt. Frust und Resignation waren damit vorprogrammiert.

In unserer gemeinsamen Arbeit habe ich mich als Brücke zu ihrer eigenen Klarheit verstanden. So wurden aus den freien Monaten kein verlorenes Wartezimmer, sondern ein sinnvolles Geschenk: Zeit, um echte Antworten auf die Fragen zu finden, die ihr Arbeitsleben gerade an sie stellte.

Fragen wie:

  • Wie viele Stunden möchte ich künftig arbeiten?

  • Wie viel Präsenz brauche ich – und wie viel Freiraum?

  • Wie viel Verantwortung will ich übernehmen?

  • Will ich Verantwortung für Menschen und/oder für fachliche Aufgaben?

  • Mit welchen Produkten und Themen will ich mich beschäftigen?

  • In welcher Betriebs- und Teamgröße fühle ich mich wohl?

Schritt für Schritt gestaltete sie ihren nächsten beruflichen Schritt aus sich selbst heraus. Es dauerte nicht lange, bis über einen ehemaligen Kollegen ein Angebot kam. Nicht alle Vorstellungen waren dabei erfüllt – und das war völlig in Ordnung. Das Wertvollste für sie war eine andere Erfahrung: Die äußeren Rahmenbedingungen treiben sie nicht mehr länger vor sich her. Sie kann selbst Einfluss nehmen.

Solche Verläufe sind keine Einzelfälle. Es macht mich jedes Mal aufs Neue dankbar, wenn ich Menschen dabei begleiten darf, ihre echte berufliche Identität zu erarbeiten – und gemeinsam mit ihnen den nächsten beruflichen Schritt zu gehen. Vor allem Sie aus der Opferrolle in die Gestalter Rolle ihres [Arbeits-] Lebens zu begleiten-

Berufliche Identität als Schlüssel für eine erfolgreiche Neuorientierung

Berufliche Identität ist nicht ihr Lebenslauf - sondern wer Sie wahrhaftig beruflich heute sind. Ihre Berufliche Identität ist mit 20, 30, oder 50 eine andere . Welche sie jetzt haben gilt es zu entdecken, zu benennen und danach zu handeln - jenseits von Jobtitels, Rollenprofilen und Funktionsbeschreibungen; auch wenn sie diese jahrzehntelang getragen haben.

Deshalb lade ich Sie ein, sich ein paar ehrliche Fragen zu stellen:

  • Wo stehen Sie beruflich gerade wirklich? Halten Sie nur aus und schimpfen innerlich täglich über Firma und Kolleg:innen? Oder haben Sie längst innerlich abgeschlossen und warten nur noch auf den Ruhestand?

  • Bewerben Sie sich gerade auf alles, was halbwegs passt – ohne wirklich zu wissen, ob es zu Ihnen, Ihren Werten und Ihrer Energie passt?

  • Planen Sie Ihre nächsten Schritte aus Angst statt aus Klarheit, weil Sie glauben, mit 50plus müsse man sofort den finalen Job finden, mit dem man in Pension geht?

  • Und die vielleicht wichtigste Frage von allen: Wann haben Sie sich zuletzt gefragt, was Ihre berufliche Identität heute wirklich ausmacht?

Lassen Sie uns reden – und finden Sie heraus, wie sinnzentrierte Arbeitssuche auch für Sie den entscheidenden Unterschied machen kann. Und ja: Sie müssen dafür nicht 55plus sein.

Jetzt kostenfreien Ersttermin unter www.danielakinz.at vereinbaren.

Zurück
Zurück

Deinem [Berufs-]Leben selbst eine Richtung geben

Weiter
Weiter

Sie pflegen, betreuen - und wer schaut auf Sie ?